Hilfe ich bin eine Sandwich-Führungskraft!

Wissen Sie, warum Sie zwischen allen Stühlen sitzen?

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Gratulation! Sie sind zur Führungskraft aufgestiegen! Warum die Sandwich-Position im mittleren Management tückisch ist und es sich nicht immer so toll anfühlt, „Chef“ zu sein, dazu hier mehr:

Sandwich-Falle
Als Teamleiter sind sie ein kleiner Unternehmer im Unternehmen mit Budget und Personalverantwortung. Mit Ihrem Abteilungsleiter treffen Sie Zielvereinbarungen und besprechen die strategische Richtung. Soweit die Theorie. In der Praxis sitzen Sie in der Sandwich-Falle. Sie bekommen Druck von oben, wenn Sie Ihre Teamziele nicht erreichen. Sie sind vielleicht angehalten, „Minderleister“ (eng. Low-Performer) zu melden. Von unten machen ehemalige Kollegen Druck. Die wünschen sich mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Entgegenkommen in Urlaubsfragen und so weiter. In der Mitte des Sandwiches sitzen Sie! Eingeklemmt! Umfragen bestätigen die Unzufriedenheit und Überlastung der Sandwich-Manager.

Freunde werden „Untergebene“
Headhunter schätzen Kandidaten, die intern aufgestiegen sind. Das zeigt die Wertschätzung des alten Arbeitgebers. In der Praxis sind Sie auf einmal Chef Ihrer früheren Kollegen. Und das ist nicht leicht! Sie wissen, Ihr Freund hat eine Familie gegründet, in seine Weiterbildung investiert, neue Projekte gestemmt. Ihr Vorgesetzter traut ihm aber nicht mehr zu. Sie wissen ja, die Sache mit der Weihnachtsfeier. Bei Ihrem Freund ist „EdeKa“, d.h. „Ende der Karriere“. Er ist ein fähiger Mitarbeiter, Sie dürfen ihn nicht verlieren. Und jetzt? Als Führungskraft bekommen Sie in der Regel einen neuen Arbeitsvertrag. Sie werden AT („außertariflicher Mitarbeiter“), bekommen mehr Gehalt, müssen nicht mehr „ausstempeln“. Dafür wird von Ihnen Loyalität erwartet. Bedingungslos!

Fordern und Fördern
Trotzdem sollten Sie sich immer noch jeden Tag mit gutem Gewissen im Spiegel anschauen können. Mein Führungsmotto lautet: „Fordern und Fördern“. Mitarbeiter werden gefordert, für ihr Gehalt die bestmögliche Leistung abzuliefern. Ist jemand dazu nicht in der Lage, weil er an der Maschine nicht eingearbeitet wurde, ist er zu fördern. Die ihm fehlende Schulung wird beantragt. Mein zweiter Grundsatz lautet: „Sei ein Vorbild und verlange nichts, was du nicht selbst bereit bist zu leisten“. Gibt es keine Gleitzeit, sind auch Sie pünktlich! Mein dritter Grundsatz schmeckt nicht jedem: „Ehrlich sein, soweit möglich. Nichts sagen, wenn gelogen werden müsste.“

Spielregeln lernen – Mentor suchen
Es gibt ungeschriebene Gesetze, die stehen in keinem Lehrbuch. Sie müssen „das Spiel mitspielen“! Eine schwierige Situation für Sie, wenn Sie nicht wissen, wie der Hase läuft. Da hilft es, sich einen Mentor, einen Unterstützer, zu suchen. Das kann eine Führungskraft aus einem anderen Bereich oder einer anderen Firmen sein. Das darf ein Freund, Bekannter, Familienangehöriger oder Coach sein. Mit einer Einschränkung: Er kennt die Tricks. Das trifft nur auf Personen mit langjähriger Führungserfahrung zu.

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