Lehre statt Studium?!

Warum sich eine Ausbildung lohnt!

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Mit dem Schulabschluss in der Tasche wollen Sie eine Lehre beginnen? Wie gelingt Ihnen eine Karriere im Betrieb?! Was müssen Sie beachten, damit keine „Leere“ im Kopf entsteht?

Lehre statt Studium?!
Universitäten und Hochschulen vermelden Rekordzahlen an Studienanfängern. Eine klassische Ausbildung in einem Betrieb zu machen, erscheint vielen weniger attraktiv. Sehr gute Beschäftigungsmöglichkeiten versprechen die MINT-Fächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In der Praxis liegen die Durchfallquoten in diesen Fächern zum Teil über 50 Prozent. Scheitert der Kandidat an der Uni, wählt er die (Fach-)Hochschule und wenn es dort eng wird? Was dann? Der Knick im Lebenslauf ist das eine, die Erkenntnis „gescheitert“ zu sein, wiegt schwerer. Nach dem Schulabschluss eine anerkannte Ausbildung zu beginnen, hat viele Vorteile. Aber auch hier lauern Stolpersteine.

Lehrstelle behalten
Um als Lehrling im Betrieb dauerhaft erfolgreich zu sein, braucht es Köpfchen. Auf keinen Fall ist Dienst nach Vorschrift angesagt. Meine Frisöse klagte mir ihr Leid mit dem Bruder, der vor Weihnachten (!) seine Ausbildungsstelle in einem Sportartikelgeschäft verlor – nach nur drei Monaten innerhalb der Probezeit! Shit happens! NEIN! Es gibt immer Warnzeichen, die es zu beachten gilt! Vielleicht werden in dieser Firma immer mehr Lehrlinge eingestellt als es Absolventen gibt. Auf diese Weise sichert man sich – vermeintlich – die Besten. Gute Unternehmenskultur sieht anders aus.

EdeKa verhindern
Der Betrieb wünscht sich engagierte Mitarbeiter, die mitdenken und die extra Meile laufen. Natürlich gibt es Arbeitgeber wie meinen alten Zahnarzt, der nur mit Auszubildenden arbeitete. Nach der Lehrzeit erfolgte bei ihm generell keine Übernahme. Warum? Azubis sind billige Vollzeitkräfte. Je nach Branche sind sie schnell eingelernt. In diesen Betrieben droht „EdeKA“, heißt „Ende der Karriere“. Wie erkennt man solche Arbeitgeber? Der Anfänger fragt im Vorstellungsgespräch nach, wie es mit der Übernahme steht. Der Profi schaut sich um, ob es am neuen Arbeitsplatz auch ausgelernte Kollegen gibt. Ein Indiz kann die Dauer der Betriebszugehörigkeit sein.

Weiterbildung zum Fachwirt und Betriebswirt
Mit dem Abschluss der beruflichen Ausbildung wird der erste Stein für die spätere Karriere gelegt. Jetzt heißt es dran bleiben, Augen offen halten. Welche Abschlüsse haben Ihre Kollegen und Vorgesetzten? Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielfältig. Mit dem Abschluss einer Weiterbildung zum Fachwirt (IHK) kann neben der Berufstätigkeit der nächste Karriereschritt erfolgen. Als Bereichsleiterin setzte ich mich dafür ein, dass interessierten Mitarbeitern diese Weiterbildung bezuschusst wurde. Nicht jeder nahm das Angebot an und bereute es später. In Deutschland zählt das Papier, das Zertifikat, der Abschluss. Und zwar besonders, wenn man sich wegbewirbt! Viele meiner IFM-Lehrgangsteilnehmer profitieren übrigens vom Aufstiegs-BAföG, der einen Teil der Kosten deckt.

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